Dieser Text richtet sich an Frauen, die viel Verantwortung tragen, früh selbstständig waren und heute spüren, dass dieses Funktionieren müde macht.
Wenn Starksein zur Gewohnheit wurde
Vielleicht bist du hier gelandet, weil du müde bist vom Starksein.
Nicht dramatisch.
Nicht sichtbar für andere.
Aber spürbar für dich.
Viele Frauen, die meine Texte lesen, haben früh gelernt, sich selbst zusammenzuhalten.
Nicht, weil niemand da war – sondern weil es einfach war, nicht zu viel zu brauchen.
Vielleicht warst du aufmerksam.
Feinfühlig.
Hast Stimmungen gelesen, bevor sie ausgesprochen wurden.
Und irgendwann gemerkt:
Wenn ich mich selbst halte, wird es ruhiger.
Warum sich selbst zu halten einmal sinnvoll war
Sich selbst zu halten war keine Schwäche.
Es war eine Anpassung.
Eine Fähigkeit, die dir einmal Sicherheit gegeben hat.
Ich sehe Frauen, die sehr gut funktionieren können.
Die Verantwortung übernehmen.
Die mitdenken, mitfühlen, mittragen.
Und die gleichzeitig kaum noch wissen, wie es sich anfühlt, wirklich bei sich zu sein.
Wenn Funktionieren nicht mehr trägt
Oft kommt dann die Frage:
Warum reicht es mir nicht mehr?
Warum bin ich unzufrieden, obwohl doch alles läuft?
Ich glaube nicht, dass diese Unzufriedenheit ein Problem ist.
Ich halte sie für ein Signal.
Ein Hinweis darauf, dass etwas in dir langsamer werden möchte.
Ehrlicher.
Weicher.
Was heute anders sein darf
In meiner Arbeit geht es nicht darum, dich zu analysieren oder zu optimieren.
Ich arbeite nicht daran, die „richtig“ zu machen.
Sondern daran, dass du dich sicher genug fühlst, um dich nicht mehr ständig halten zu müssen.
Manches zeigt sich leise.
Manches braucht Zeit.
Und manches darf einfach da sein, ohne sofort verstanden zu werden.
Ich begleite Frauen, die früh gelernt haben, stark zu sein.
Und die heute spüren, dass sie das nicht mehr alleine tragen wollen.
Vielleicht liest du hier weiter.
Vielleicht nimmst du diese Gedanken mit in deinen Abend.
Beides ist genug.
Eure Caroline

