Viele Frauen erleben Unzufriedenheit, innere Müdigkeit oder Leere, ohne einen konkreten Grund benennen zu können.
Warum Unzufriedenheit keinen guten Ruf hat
Unzufriedenheit hat keinen guten Ruf.
Sie gilt als etwas, das man loswerden sollte.
Als Undankbarkeit. Als Schwäche.
Wenn alles funktioniert – aber nichts mehr trägt
Viele Frauen kommen mit dem Wunsch, dass dieses Gefühl endlich aufhört.
Dass sie wieder zufrieden funktionieren. So wie früher.
Ich verstehe diesen Wunsch.
Und ich arbeite trotzdem anders.
Warum dieses Gefühl kein Fehler ist
Ich glaube nicht, dass Unzufriedenheit immer ein Zeichen dafür ist, dass etwas „falsch“ läuft.
Oft ist sie ein sehr leiser Hinweis darauf, dass etwas nicht mehr übergangen werden kann.
Viele der Frauen, die ich begleite, haben lange funktioniert.
Nicht widerwillig – sondern verantwortungsvoll.
Angepasst. Verlässlich.
Und irgendwann reicht das nicht mehr.
Nicht, weil sie weniger belastbar sind.
Sondern weil sie innerlich weiter geworden sind als die Rolle, die sie noch ausfüllen.
Unzufriedenheit entsteht dann nicht, weil man zu wenig tut.
Sondern weil man zu lange nicht bei sich war.
Wie ich mit Unzufriedenheit arbeite
In meiner Arbeit geht es nicht darum, dieses Gefühl wegzumachen.
Ich halte es für wichtig.
Und oft für sehr ehrlich.
Unzufriedenheit zeigt, dass etwas in dir wahrnimmt:
So wie es gerade ist, passt es nicht mehr ganz.
Das muss nicht sofort gelöst werden.
Nicht verstanden. Nicht erklärt.
Manchmal reicht es, dass dieses Gefühl nicht wieder übergangen wird.
Ich glaube nicht an schnelle Antworten.
Und auch nicht daran, dass jedes Gefühl einen Plan braucht.
Ich glaube an Räume, in denen nicht optimiert werden muss.
In denen du nicht funktionieren musst.
Und in denen Unzufriedenheit kein Störfaktor ist, sondern ein Teil von dir.
Was sich verändern darf – ohne Druck
Vielleicht ist dieses Gefühl kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst.
Sondern dafür, dass du beginnst, dich ernster zu nehmen.
Und das darf langsam gehen
Vielleicht liest du diesen Text und etwas in dir wird ruhiger.
Nicht gelöst.
Aber gesehen.
Mehr braucht es manchmal nicht.
Eure Caroline

